Wehe der Erfolg ist da…
von Carsten
… da vergisst man mal ganz schnell die Wurzeln des eigenen Erfolgs. Sehr schön zu sehen bei den Arctic Monkeys. Hier ein paar Zitate aus einem mal wieder sehr schönen laut.de Artikel.
Sie gelten als die ersten Stars aus dem Internet, haben ihren kommerziellen Erfolg nicht zuletzt der kostenlosen Verbreitung ihrer Musik im Web zu verdanken. Doch davon wollen die Arctic Monkeys heute nichts mehr wissen und verärgern so die Fans der ersten Stunde.
Jetzt kommen ein paar weitere nette Anekdoten:
Es waren Fans der Band, die Arctic Monkeys-Accounts bei Myspace eröffneten oder MP3s ihrer neuen Lieblinge in ihren Blogs anpriesen. Alles illegal, versteht sich, doch der Band sollte es kein Schaden sein, ganz im Gegenteil, wie der dem Internethype folgende kommerzielle Erfolg bewies.
Was würde man jetzt von solch einer Band erwarten, wenn sie ihr zweites Album auf den Markt bringen? Bestimmt nicht das:
Die Sicherheitsvorkehrungen rund um “Favourite Worst Nightmare” sind immens, wie etwa die Londoner Times zu berichten weiß: Musikjournalisten erhalten keine Vorab-Exemplare der CD, sondern müssen sich zu so genannten Listening-Sessions bemühen, weil sie im Generalverdacht stehen, Quelle so genannter “Leaks” – illegaler Vorab-Veröffentlichungen im Netz – zu sein.
Ok, das kennt man ja von anderen Künstlern. Ist auch so heutzutage nichts besonderes oder schlimmes. Doch das schon:
Darüber hinaus hat das Arctic Monkeys-Management offenbar die berüchtigte Londoner Firma “Web Sheriff” angeheuert. Sollten trotz aller Securitymaßnahmen doch MP3s im Netz auftauchen, will diese selbsternannte Internetpolizei die Verursacher jagen und mit Schadensersatzklagen überziehen. Für die Sheriffs stehen MP3s auf einer Stufe mit Kinderpornos und Terrorvideos.
Hui! :) Jetzt wundern die sich, dass es Widerstand im Netz – vor allem der Fans erster Stunde – gibt. Leute gibts! Was haben die Jungs denn gedacht? Sollen sich die Menschen, die zum Erfolg beigetragen haben über dieses (ich nenne es mal assoziales) Vorgehen erfreut sein? Ich finde es erschreckend, wie sehr sich ein Mensch ändern kann, wenn ein funken Erfolg in sicht ist. Plötzlich ist das Web (2.0?) nicht mehr dein Freund.
Abschließend das Fazit, welches laut.de sehr treffend gefolgert hat:
Fazit: Man muss nichts vom Internet verstehen, um in ihm zu Ruhm zu gelangen. Und einen Internet-Hype kann man eben nicht so einfach abwürgen, wenn er nicht mehr genehm ist – selbst wenn er irgendwann von Begeisterung in Ablehnung umschlägt …
Stimmt, mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen!
noch ne anekdote: als ich in diesem jahr bei rock am ring im graben stand, um bei den arctic monkeys zu fotografieren, kam, der letzte hall des dritten songs stand noch in der luft, der manager reingestürmt und drückte die noch fotografierenden menschen in richtung ausgang. nun muß man dazu ein paar dinge anmerken.
1. wer schonmal auf einem konzert oder festival offiziell fotografiert hat, der weiß, dass das üblicherweise nur die ersten drei songs geht (abgesehen davon, dass man das auch jedesmal wieder gesagt bekommt). agreement, kein problem, akzeptiert jeder.
2. ich habe jedem meiner kollegen zugetraut, locker bis “drei” zählen zu können.
3. nach dem song war eh grad instrumentenwechsel angesagt, da entging uns sicher kein riesen foto…
4. hatte eh jeder von uns einen knebelvertrag unterschrieben, sonst gab’s gar keinen zugang zum graben.
den von dir geschilderten eindruck kann ich also bestätigen. nachdem placebo in ihrem ersten jahr am ring durch ihren ersatz für linkin park durch einen wahnnsinnnsauftritt begeistern konnten, waren sie im letzten jahr nur noch super professionell und wenig originell. wirkte alles sehr abgeklärt und durchorganisiert und auch zum fotografieren wurden nur eine handvoll ausgewählter journalisten zugelassen. in diesem jahr auf dem southside hab ich sie kaum wiedererkannt. erstmal gab’s weder verträge noch sonstige einschränkungen beim fotografieren (außer eben die ersten 3 songs) und die band hatte einen abartigen spaß, auf der bühne zu stehen. so locker, gelöst und redselig habe ich brian molko noch nie gesehen. mein erster gedanke war: “management hat gewechselt” oder “sie haben’s eingesehen, geld macht nicht glücklich”. ;)
[...] carsten berichtet einige interessante ausschnitte aus einem laut artikel über die arctic monkeys, den ich sofort unterschreiben würde. ich habe einen entsprechenden kommentar gepostet – so muss ich das hier nicht mehr alles schreiben. [...]