Moby – Last Night

von Carsten

Moby hat ein neues Album herausgebracht. Von Rock ist es ganz weit entfernt. Diesen Anspruch hat Moby auch nie gehabt. Warum ich das Album hier vorstelle? Beim durchhören wurden Erinnerungen an meine Jugend wach.

Moby liefert mit Last Night eine Reise durch das New Yorker Nachtleben. Musik-Technisch schlägt sich das in elektronischer Tanzmusik nieder. Die Songs sind alle gefällig und haben tolle, eingängige Melodien. Er versteht es, diese Melodien herbei zu Zaubern und fest im Ohr zu platzieren. Erinnert mich in einigen Fällen an Euro-Dance. Dazu kommen zum Teil noch Einflüsse des frühen Rap/Hip-Hops. Nichts mit Gangsta, sondern fröhliche Reime mit einer fullminaten Diva, mit sehr schön gesungene Refrains. Und genau diese Art von Musik erinnert mich an meine Jugend. Glücklicher Weise bewahrt Moby den Abstand zum stupiden Techno der 90er.

Das Album ist als eine Art Konzept-Album ausgelegt. Moby möchte damit eine Partynacht in New York musikalisch auf etwas mehr als eine Stunde bannen. Mit diesem Wissen hört sich die Platte wiederum ganz anders. Man geht durch die Clubs, bis zum Höhepunkt der Party um danach mit Chillout artiger Musik wieder langsam zu Hause anzukommen.

Die Idee finde ich Klasse, wurde auch relativ gut umgesetzt, doch ist mir das Album alles in allem zu elektronisch – aber elektronisch gut, da gibts es viel schlimmeres! Doch Rock ist es eben nicht.

Moby versteht sein Handwerk, doch hat er meiner Meinung nach schon besseres herausgebracht, auch elektronisches. Doch Liebhaber der oben genannten Musikrichtungen sollten auf jedenfall reinhören.