ich finde die Bestrebung, die Schiersteiner Brücke noch lange zu erhalten, finanziell verständlich. Doch die Installation eines Blitzers in Fahrtrichtung Mainz wurde nicht wirklich mit einem Verkehrsplaner durchgesprochen, oder? Falls doch, sollte über einen Wechsel des Berufs nachgedacht werden. Klar verstehe ich, dass eine Rheinbrücke nicht einfach mal so neu gebaut wird, und man die alte Brücke lange erhalten möchte. Natürlich sind die Schwingungen bei 60km/h geringer.
Doch wurde mal darüber nachgedacht, ob sich durch die (idotischen) Panikbremser kurz vor dem Blitzer – viele Bremsen vorsichtshalber mal auf 30 runter! – nicht evtl. ein Rückstau bilden könnte? Das Schiersteiner Kreuz war schon immer eine Schildbürgerleistung in sachen Verkehrsplanung, doch das setzt dem ganzen eine Krone auf. Wer täglich von Frankfurt aus über die A66 in den Rheingau pendelt, wird all abendlich auf eine Geduldsprobe gestellt. Rückstau bis Wiesbadener Kreuz war mein persönliches Highlight bisher! Ich verliere pro Tag ca. 20-45 Minuten meines kostbaren Lebens durch sinnloses im stehenden Auto sitzen!
Wurde mal darüber nachgedacht, was man der Umwelt damit antut? :o) Ich sag nur CO2-Ausstoß! Ich glaube dagegen wirkt ein Brückenneubau mickrig.
Meiner Meinung nach herscht hier ein wenig Handlungsbedarf.
Herzlichste Grüße und viel Erfolg bei der Suche nach einen fähigem Verkehrsplaner wünscht,
Carsten Sandtner
Angeblich blitzt die blöde Säule auch in Richtung Wiesbaden…
Aber du hast schon recht, toll ist die Situation nicht.
Die Säule blitzt in beide Richtungen.
Und es gibt ja auch noch andere Wege als ausgerechnet über das Schiersteiner Kreuz … oder vielleicht die guten alten öffentlichen Verkehrsmittel? Die Belasten (pro Kopf) die Umwelt auch nicht so :-)
Greetz
der Sascha
@Sascha:
Würde ich auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, müsste ich einen Brief an die Bahn schreiben. Keine Alternative! Kostet mich mehr als 1,5h für eine Strecke, die mit dem Auto 40minten beansprucht.
Naja … wenn der Stau noch etwas länger wird, bist du mit der Bahn vielleicht doch schneller ;-)
Wahre Worte, Herr Sandtner. Das Dilemma steckt aber aus meiner Sicht wie immer im Detail:
Richtig ist, dass ohne Blitzer keine Panikbremsungen stattfinden und der Verkehr flüssiger fließt. Richtig aber auch, dass die garantierte Lebensdauer der Brücke bis 2016 eher erreicht wird, wenn die maximale Geschwindigkeit von 60km/h eingehalten wird (und das ist leider Gottes erst dann gehäuft der Fall, wenn kontrolliert wird).
Umweltbelastung gegen die Lebenserhaltung der Brücke zu messen wird sicherlich schwer, im Zweifel tendiere ich aber eher zu letzterem, zumal Ersteres nicht der zwingende Umkehrschluss ist: Denn nicht zu vergessen ist, dass bei konsequentem 60-fahren die Verkehrsstaus bei weitem nicht so gravierend ausfallen würden als bei 90-30-120 km/h Eskapaden.
Eine Sache sei allerdings korrigierend/ergänzend erwähnt in deinen Ausführungen: Da die Schiersteiner Brücke Teil der A643 und diese eine Bundesautobahn ist, trägt selbiger auch die Kosten. Der Stadt Wbn. ist insofern zumindest kein Vorwurf zu machen. Will man ketzerisch sein lohnt sich höchstens der (für den gebürtigen Wiesbadener immer wieder gerne vollzogenenen ;) Blick über den Rhein und die Frage, ob die neue Brücke unbedingt ein architektonisches Meisterwerk sein muss oder ob es nicht auch etwas zweckmäßiger und damit günstiger sein darf? Der Rhein ist schließlich nicht das Elbtal und schon gar kein Weltkulturerbe, welches zu riskieren stünde.
Nachtrag: Der Blitzer erfasst meines Wissens nur Autos in Richtung Mainz (http://www.wiesbadener-kurier.de/region/objekt.php3?artikel_id=3474553&rub=2). Ein Freibrief für’s Schnellfahren ist das allerdings nicht, denn Richtung Wiesbaden steht des Öfteren die Polizei mit der Radarpistole. Und die werten Kollegen erkennt man meist erst, wenn es schon zu spät ist.
@Michael Kraus:
Deine Ausführungen sind alle richtig. Mein unmut sollte auch nur ausdrücken, dass die Brücke schneller gebaut werden muss. 60km/h sind nicht das Problem. Das sehe ich ein! Nur die Position des Blitzers direkt an dem nicht optimalen Schiersteiner Kreuz, das prangere ich an! Damit hat man zwar die Brücke erhalten, doch sind wir weit entfernt von Staufreiem Hessen 2010, was gerne mal auf großen Schildern an den hessischen Autobahnen prangert! Bis zu diesem Zeitpunkt wird es sogar noch schlimmer. Bau der Brücke wird garantiert einige dicke Staus mit sich ziehen.
full ack!